HELGA MARIA HACK

Autorin historischer Romane

 

Mein Heimatort liegt nahe dem Bodensee bei Salem, wo ich 1959 geboren wurde.
 Meine Kindheit verbrachte ich auf dem Bauernhof meiner Eltern.

Mit bereits 12 Jahren fing ich an mich für das Mittelalter zu interessieren. Besonders die mächtigen Burgen haben mich damals schon Faszinierte, dass bis heute geblieben ist. Wenn ich mich nochmals für einen Beruf entscheiden könnte, würde ich ohne Zweifel Geschichte Studieren.  

Nach meiner Ausbildung als Einzelhandelskauffrau führte mich meine Beruflicher Weg in verschiedene Richtungen, wie letztendlich auch mehrere Jahre der Bürotätigkeit.

Lange Jahre nach der Geburt meiner Kinder fing ich an mich für das Lesen zu begeistern. Ein Großteil davon, waren Romane und handelte natürlich aus dem Mittelalter, was mich von Kindheit an nie losgelassen hat.
 Umso mehr beflügelte es mich, selbst einen historischen Roman zu schreiben, der vom Mittelalter zeugt und von meiner Heimat, dem Bodensee, erzählt.

Durch meinen vielen Recherchen und Nachlesungen was sich im Mittelalter rund um den Bodensee zugetragen hatte, und ich selbst vieles nicht wusste, wird es bestimmt nicht bei einer Geschichte bleiben. Das schreiben und die Geschichtlichen zusammenhänge meines ersten Romans haben mich derart fasziniert, so dass es mein Wunsch ist, weiterhin Geschichten aus dem Mittelalter am Bodensee zu erzählen.

Ich arbeite heute in Überlingen am Bodensee die Stadt, in der das Mittelalter immer noch gegenwärtig ist und mich in eine Zeit versetzt, die sich in meinen Geschichten wiederfinden.

Willkommen in der Welt meiner Bücher

Meine Bücher

DER RITTER VON BODMAN

Historische Roman des Bodensees – Liebe und Gefahr im 15. Jahrhundert.

 

 

Der Ritter von Bodman

 

16. September 1307
Die Herren von Bodman feiern ein Gelage. Ein Blitz schlägt in das Gemäuer der Burg. Sieben Familienmitglieder und drei Bedienstete sterben bei dem Brand. Johannes von Bodman, der einjährige Stammhalter, wird von seiner Amme in einem ehernen Kessel den Burgberg hinuntergelassen und überlebt. Nach seiner Ritterlehre wird Johannes in die verheerenden Kämpfe gegen die Raubritterschaft, die den gesamten Höhgau beherrschten, hineingezogen.

Als er der jungen, bildschönen Herzogin Anna von Urslingen begegnet, ist dies der Beginn einer unglaublichen Geschichte und großen Liebe.

Ein erbitterter Kampf um die junge Herzogin und gegen seinen Erzfeind Hans Wilhelm von Friedingen nimmt seinen Lauf. Um den Raubrittern das Handwerk zu legen, zieht Johannes gemeinsam mit einem riesigen Heer aus Überlingen und Kaufbeuren gegen die berüchtigten Raubritterburgen im Höhgau.
 Bei dem Versuch, Anna aus den Fängen seines ärgsten Feindes zu befreien, begibt sich Johannes während der Belagerung der Krähenburg in höchste Gefahr.

Mit dem Hintergrund des Bodensees und historisch belegten Persönlichkeiten und Ereignissen reißt dieser Roman jeden Kenner und Laien mit.


Hintergründe zum Roman

Der Ritter von Bodman

Schon immer war ich eine begeisterte Romanleserin, mit dem Mittelalter im Fokus. Umso mehr beflügelte es mich, selbst einen historischen Roman zu schreiben, der vom Mittelalter zeugt und von meiner Heimat, dem Bodensee, erzählt. Während meiner Recherchen bin ich schließlich auf das älteste Adelsgeschlecht am Bodensee gestoßen, die Herren v. Bodman, Ritter und Reichsritter der Staufer und heutige Grafen v. (und zu) Bodman. Die Idee zu meinem Roman war geboren. Als ich anfing, mich in diese Epoche zu vergraben, hätte ich nie gedacht, eine Geschichte zu schreiben, die das gesamten Hegau umfasst. Nichts faszinierte mich mehr, als die Familiengeschichte derer von Bodman und die Person von Johannes dem Geretteten, den Stammhalter der folgenden Generationen. 

Meine Geschichte beginnt mit dem Burgbrand am 16. September 1307. Da ich einen Roman schrieb und nicht ein wissenschaftliches Werk verfassen wollte, blieb ich bei der Version einer Stammtafel von 1903 von Leopold v. Bodman, wonach ein Blitz die Burg in Brand steckte und alle Familienmitglieder ums Leben kamen, sowie Angehörige des Hegauer Adels. Einzig dem jüngsten Namensträger des Geschlechts, der einjährigen Johannes v. Bodman, hat die Katastrophe überlebt, weil seine Amme das Kind in einen ehernen Kessel steckte und diesen zum Fenster hinauswarf. 

Schriftliche Quellen belegen tatsächlich, dass die Burg brannte und alle ums Leben kamen, und nur der jüngste Sohn Johannes überlebte. Unwahrscheinlicher ist aber, dass er zu diesem Zeitpunkt ein Säugling war, da er bereits 1309 gesiegelt hatte und demnach schon ein Jüngling gewesen sein musste. Möglich ist auch, dass sein Großvater sein Vormund war und gesigelt hat. Die Familienmitglieder, die dem Brand zum Opfer fielen, gab es wirklich. Was die Mutter von Johannes betrifft, gibt es keine Überlieferung und im Roman ist ihr Name frei erfunden. Auch die Namen des Burgvogts Paulus und seiner Frau Brigitta sind Fiktion, ebenso die von Martin, Cun, Niklas und weitere Bediensteten. Alles andere, was ich über die Chronik der Familie in Erfahrung bringen konnte, versuchte ich so gut wie möglich wahrheitsgetreu darzustellen, ebenso namentlich genannte Personen.

Belegt ist auch, dass der Großvater des Geretteten eine Kapelle und ein Priesterhaus auf der zerstörten Burg errichten ließ, und im Jahre 1309 dann dem Zisterzienserkloster Salem/Baden für die Errettung des Stammhalters schenkte, und 1806 wieder von der Gräfliche Familie zurück erworben wurde. Über die Liebenden, Anna und Johannes, ließ ich meinen Phantasien freien Lauf. Dass Herzogin Anna v. Urslingen tatsächlich mit Johannes v. Bodman vermählt war und das Herzogtum Urslingen mit der Verbindung einverstanden war, entspricht den Tatsachen. Aus der Ehe mit Johannes gingen drei Söhne und drei Töchter hervor. Der Name Urslingen leitete sich vom Ort Irslingen (heutiger Ortsteil von Dietingen) am oberen Neckar her, von dessen Burg Urslingen nur noch wenige Trümmer erhalten sind. Sie beherbergte ein hochmittelalterliches Adelsgeschlecht, das im 12. Jahrhundert erstmals erwähnt wurde. Zahlreiche Urkunden zeugen vom Leben der Urslingen, die bei ihren Kämpfen um Geld und Macht meist auf verlorenem Posten standen.

Um meinen Lesern eine spannende Geschichte zu präsentieren, beschloss ich bis ins 15. Jahrhundert vorzudringen und ließ Johannes v. Bodman inmitten der Zeit der berüchtigten Raubritter, die damals den gesamten Hegau beherrschten, leben und kämpfen. Gründe dafür waren hauptsächlich soziale Probleme. Sie ließen den gesamten Hegau zum wilden Westen werden, in dem sich Bauern und Städter von Raubrittern bedroht fühlen mussten. Doch die Städter und das arme Volk ließen sich das nicht gefallen und marschierten mit den Rittern der Gesellschaft mit St. Jörgenschild gegen die Raubritterschaft. Da ich einen Roman schrieb, nahm ich mir die Freiheiten, die ich brauchte, um eine gute Geschichte zu erschaffen und einen Einblick zu geben, was sich zu jener Zeit im Bodenseeraum zugtragen hat, ob im 14., im 15. Jahrhundert oder im 16., war mir völlig egal. Die Herren von Bodman setzten sich stets für das Gute ein und waren genauso Mitstreiter gegen die Raubritterschaft im 15. wie im 14. Jahrhundert. Daher beschloss ich, Johannes von Bodman als furchtlosen Edlen Ritter in die Kriegszeiten mit einzubauen. So, wie ich das Geschehene über die Raubritter und deren Machenschaften im Roman erzähle, muss es sich wohl zugetragen haben. 

Der Landgraf Eberhard von Nellenburg herrschte zu jener Zeit über das gesamte Hegau, aber nicht über die Besitztümer der Herren von Bodman, die von jeher eigenständig und dem jeweiligen Kaiser direkt unterstellt waren. Ob Johannes v. Bodman seine Lehrjahre auf der Nellenburg absolvierte, ist nicht überliefert. Wie die Grafschaft gegen die Raubritter vorging konnte ich auch nicht in Erfahrung bringen. Fest steht, dass die Ritter von Bodman bei dem Bund St. Jörgenschild involviert waren. Um Ihnen einen kleinen Überblick zu geben, über die berüchtigten Hegau-Burgen setzte ich bei der Krähenburg an. Nach meiner Recherche gab es keinen Hohenkrähen oder Hohenhewen. Die Bezeichnung Hohen wurde erst ab dem 19. Jahrhundert erwähnt. Genauso, wie die ehemals karolinische Grafschaft Hegau, früher als Höhgau betitelt wurde. Auf dem Krähen, auch Krayen genannt, war zu jener Zeit das berüchtigtste Raubritternest, von dem aus Hans Wilhelm von Friedingen sein Unwesen trieb. Die Herren von Friedingen waren im Besitz der Herrschaft Friedingen mit dem dazu gehörenden Schloss Hohenfriedingen nach dem sie ihren Namen trugen. Auch, dass Wilhelm von Friedingen eine Hand verlor und fliehen konnte, beruht auf einer wahren Begebenheit. Ebenso die Überlieferung von einem boshaften Burgvogt Popelius (Poppele), der Anfang des 15. Jahrhundert auf der Burg Krähen lebte. Die Geschehnisse rund um die Hewenburg entsprechen ebenfalls, so wie ich es in meine Geschichte einfließen ließ, der Wahrheit. Der Hewen soll dem Hegau seinen Namen gegeben haben. Den Gebrüdern Wölflin und Peter von Hewen gab ich in meinem Roman zwei verschiedene Charaktere, was frei erfunden ist. Dass die Burg stark verschuldet war und nicht eingenommen wurde, entspricht meiner Nachforschung. 

Wohl die interessanteste Persönlichkeit in jener Zeit westlich des Bodensees war der Ritter Werner von Schienen, der sich mit Hans von Rechberg zu Schramberg und den Herren von Klingenberg so manches geleistet haben soll. Durch meine Recherchen war es mir möglich, die Ereignisse über die Belagerungen und die Raubzüge weitergehend wahrheitsgetreu in meine Geschichte einzubauen. Ruinen sind sie heute alle, die Burgen des Hegaus und Linzgaus, die ihre stolzen Zeiten hatten und auch berüchtigte Jahre. Der ländliche Adel erlebte im 15. Jahrhundert seinen Niedergang, indem die Einkünfte aus den Grund- und Lehenzinsen, welche die Bauern an die Ritter bezahlen mussten, immer weniger wurden. Die städtischen Handwerker und Kaufleute wurden reicher, was manchen Adligen dazu verleitet hatte, sein Einkommen durch Raubzüge zu verbessern. Um dem Ganzen Einhalt zu gebieten, beschloss der Adel, Anfang des 15. Jahrhunderts in Süddeutschland, die Ritterschaft St. Jörgenschild zu gründen. Eine übliche Methode, um die eigene Macht zu stärken und für Recht und Ordnung zu sorgen. Die Personen und die Vereinigung, konnte ich nach meinen Recherchen wahrheitsgetreu in die Geschichte einbauen, ebenso Casper von Klingenberg, der Hauptmann des St. Jörgenbundes war, mit Hauptsitz in Radolfzell, und Herr über den Twiel (Hohentwiel), eine der größten Festungen im Hegau. Die mächtigen Burgen des Hegaus, versuchte ich, so gut es ging, bauwerklich so zu beschreiben, wie sie einst aussahen. Den immer noch atemberaubenden Blick auf den See, den man von der heutigen Burgruine Bodman genießen kann, war für mich leicht nachzuempfinden und insoweit, den Bodensee in all seinen Formen und Farben zu beschreiben, bis hin zu der faszinierenden Landzunge mit der Bezeichnung Bodanrück. Die heutige Bezeichnung „Bodensee“ leitet sich vom Ortsnamen Bodman ab, der auf althochdeutsch wohl ursprünglich Bodamon lautete. Er bedeutete „auf den Böden“, bezeichnete also einen bewirtschaftbaren Ort auf einer hochgelegenen ebenen Fläche. Der am Westende des Überlinger Sees gelegene Ort war im frühen Mittelalter eine fränkische Königspfalz von überregionaler Bedeutung, weshalb der Name auf den See übertragen worden sein dürfte, „See, an dem Bodman liegt“ = Bodman-See oder Bodemsee. 

Die Herren von Bodman erhielten im 13. Jahrhundert den Königsbesitz als Pfandschaft, später als Lehen und Eigentum. Um eine der bekanntesten Städte am Bodensee zu präsentieren, die im Mittelalter, gegen die Raubritter kämpfte und eine bedeutende Rolle spielte, baute ich Überlingen mit dem Ursprungs Namen Iburinga, in meine Geschichte ein, was auf einer wahren Begebenheiten beruht, ebenso wie die Franziskaner Mönche und die Schwestern auf der Wiese (heutiger Friedhof von Überlingen) sowie den Goldbacher Hohlweg, der die einzige Verbindung zwischen dem Hegau und Überlingen war. Die Zusammenhänge der Ereignisse, in den ineinanderfließenden Jahrhunderten passten einfach zu gut zusammen, um über die Geschehnisse, die sich in jener Zeit zugetragen hatten, Ihnen einen kleinen Einblick zu geben. Auf diese Weise gelangte auch der Landsknecht Führer des 16. Jahrhunderts, Georg von Frundsberg, ein Schwager des Bodmaner Burgherrn, in meinen Roman. Zu meiner Hauptperson, Johannes von Bodman, muss gesagt werden, dass es Anfang 14. Jahrhundert viele Lücken gibt, die nicht überliefert sind, so dass es mir überlassen blieb, meiner Phantasie freien Lauf zu lassen, diese Lücken zu füllen. Zur Familienchronik des hochfreien ältesten Adelsgeschlechtes im Hegau und am Bodensee gäbe es sicherlich noch viel zu erzählen. Es gibt sie noch immer, und sie sind sich nach wie vor der Verantwortung ihres Besitzes bewusst. Sie haben sich diesen Geist über Jahrhunderte bewahrt und sich den Zeitläufen stets angepasst, um ihr Erbe erfolgreich fortzuführen……

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Neuerscheinung

 

Wenn die Hoffnung niemals endet

Historische Roman des Bodensees – Macht, Liebe und Misstrauen im 17.Jahrhundert.  

Wenn die Hoffnung niemals endet

Bodensee, 17. Jahrhundert, in den Wirren des 30-jährigen Krieges.
Durch Verrat und Enttäuschung war Markus Blattner gezwungen sein zuhause zu verlassen. Er schwor sich, niemals mehr einer Frau zu vertrauen. Als er auf den berüchtigten protestantischen Festungskommandanten, Mayor Konrad Widerholt trifft, beginnt für ihn eine Zeit, die ihn zwingt, auf feindlicher Seite zu kämpfen. Sein Weg ist gepflastert von Widerwillen, und erbitterte Wut, über einen Krieg, der nicht sinnloser sein konnte. Unerbittlich kämpft er mit seinem Gewissen, und gegen seinen Feind Widerholt, der mit allen Mittel versucht, ihn für sich zu gewinnen. Während der Tag näher rückt, und seine Heimatstadt mit einem Angriff von Seiten der Festung fürchten muss, nimmt er allen Mut zusammen, flüchtet, und kehrt zurück Nachhause, um den Überlinger Magistrat vor schlimmeren zu warnen. Er hat jedoch nicht damit gerechnet, dass Maria Engelin immer noch nicht verheiratet war, und sein größter Erzfeind, sein Leben fordert…

Eine fesselnde Geschichte zweier Männer, die während des Krieges, an verschiedenen Glauben festhalten, deren Jahre beiderseits mit Misstrauen gepflastert sind, und trotz aller Feindseligkeit, sich mit gegenseitigem Respekt begegnen.

Tauchen sie ein in eine vergangene Zeit die wir uns wahrlich nicht mehr vorstellen können und verfolgen sie die Geschehnisse, die sich in der damaligen Reichsstadt Überlingen und auf der Festung Hohentwiel abspielten.  


Hintergründe zum Roman

Wenn die Hoffnung niemals endet

 

Die Lebensgeschichte des legendären protestantischen Glaubenshelden Konrad Widerholt inspirierte mich für meinen nächsten historischen Roman. Meine Begeisterung für den bekanntesten Akteur im süddeutschen Raum zur Zeit des 30-jährigen-Krieges offenbarte mir schnell die Notwendigkeit, zuerst intensiver Nachforschungen zu den damaligen Verwicklungen des Krieges und den dadurch bedingten Lebensumständen der Menschen anzustellen. So recherchierte ich zunächst über die Geschehnisse des 30-jährigenKrieges im gesamten Deutschen Reich. Die Schilderungen sollen Ihnen, liebe Leser, einen Einblick über dieses unerträgliche Leid der Menschen ermöglichen.   

Als ich mich mit dieser Geschichte befasste, wurde mir bewusst, dass der schreckliche Verlauf dieses Krieges ein warnendes Beispiel dafür ist, welches Unheil und welche Gefahren daraus entstehen, wenn ehrgeizige und machtbesessene Menschen die höchsten Stellungen innehaben und diese gnadenlos missbrauchen.   

Dieser Religionskrieg zwischen Katholiken und Protestanten, der von seinem Beginn 1618 bis zu seinem bitteren Ende 1648, nahezu vierzig Prozent der gesamten Bevölkerung ausrottete, und der auch die Bodenseeregion nicht verschonte, interessierte mich umso mehr. Denn das betraf im gewissen Sinne auch meine Heimat.    

Gerade um die bekannteste und größte protestantische Festung im Hegau entbrannten in jener Zeit schwere Kämpfe, die für den gesamten Bodenseeraum verheerende Folgen nach sich zogen.   

Besonders fiel mir dabei der tapfere und zielstrebige Kriegsherr Konrad Widerholt auf, der am 13. September 1634 das Kommando über die Festung Hohentwiel erhielt und dadurch mein Interesse weckte. Es spornte mich an, daraus eine spannende Geschichte zu schreiben, die diesen Helden wahrheitsgetreu in den Mittelpunkt stellt.  Geboren wurde er als jüngster von sieben Geschwistern im hessischen Ziegenhain. Sein Vater verstarb, als er gerade achtzehn Monate alt war. Gleich nach seiner Schulzeit wandte er sich den militärischen Diensten zu und diente bei verschiedenen Einheiten. 1616 wechselte er als einfacher Musketier in den Dienst der Reichsstadt Bremen, wobei er bald zum Gefreiten aufstieg. Bald darauf lernte er am Hof der Herzöge von Holstein seine Frau Anna Hermegardis kennen, die er im Juli 1617 ehelichte. Zu jener Zeit musste Widerholt einen Mentor gehabt haben, der ihn in seiner Laufbahn beeinflusste. Denn bald nach seiner Vermählung wechselte er in ein dreitausend Mann starkes Infanterie-Regiment mit einer Passage nach Venedig.  Daraufhin wurde er 1618 als Trill-Meister angeworben und trat in die Dienste des Herzogtums Württemberg. Konrad Widerholt gründete zu dieser Zeit in Stuttgart seinen Hausstand und ließ neben seiner Frau auch seine Mutter in die württembergische Hauptstadt kommen. Vermutlich war er das einzige lebende Kind der älteren Frau, für die er sorgen wollte. In dieser Zeit stieg er zum Kapitän der Stuttgarter Landesmiliz auf und lebte mit seiner Frau ein Leben, das als vorbildlich galt. Sein ständiger Drang nach Wissen in Sachen Technik und Befestigungswerken führte dazu, dass er sich mit entsprechender Literatur befasste. Am Hofe konnte er sich in der Bibliothek nach Wunsch und Laune bedienen. Durch sein Wissen und Können wurde er in den folgenden Jahren immer wieder befördert. So stieg er dann vom Kapitän zum Leutnant und schließlich zum Mayor auf.   

Im Jahre 1629 trat Widerholt zum ersten Mal ins Rampenlicht, als der Kaiser mehrere württembergische Klöster einziehen wollte. Er besetzte dabei das Kloster St. Georgen bei Villingen, wobei er erstmals als kriegerischer Herr auftrat und die Abgesandten mit harschen Worten abfertigte. Als dann die kaiserlichen Truppen Württemberg räumten und sich den Schweden anschlossen, begann für Widerholt der Krieg. Nach eigener Aussage war er an sämtlichen Kriegszügen der Württemberger in dieser Zeit beteiligt, die ich in meiner Geschichte wahrheitsgetreu mit einbaute. Sicher ist auch die Teilnahme an der erfolgreichen Belagerung von Rottweil, Balingen, Tuttlingen und die Reichsstadt Überlingen. Er eroberte im Akkord sämtliche Burgen und Klöster im ganzen Bodenseeraum sowie Oberschwaben. Über die Person Widerholt kann man sagen, dass sein Leben außer gewöhnlich war, was vor allem für die Jahre 1634-1650 galt, als er Kommandant der Festung Hohentwiel im süddeutschen Hegau am Bodensee war. Er hatte tatsächlich fünf Belagerungen erfolgreich überstanden. Die Festung spielte dabei eine maßgebliche Rolle als wichtigster Stützpunkt der mit Frankreich verbündeten Gegner Habsburg. Als er 1634 das Kommando über die Festung erhielt, gehörte es zu seinen Aufgaben, Disziplin und Ordnung herzustellen sowie die Versorgung seiner Mannen zu sichern. Anhand meiner Recherchen wird er einerseits als hart, misstrauisch, unnachgiebig und geldgierig beschrieben. Andererseits verstand er es, sich mit diplomatischem Geschick mit mächtigen Unterstützern zu umgeben, um an seine Ziele zu gelangen. Sein Glaube war ihm dabei wichtig, den er mit allen Mitteln verteidigte und auch lebte.   

Als ich mich mit seinem Leben beschäftigte, stellte ich fest, dass dieser Mann auch andere Seiten hatte, die mit Mildtätigkeit und Hilfsbereitschaft zu tun hatten. Für seine Soldaten sorgte er gut, trotz seiner strengen Vorgehensweise. Zudem war er ein gläubiger frommer Mann, der es fertigbrachte, während des Krieges auf seiner Festung eine stattliche Kirche zu bauen, was bis heute als Meisterleistung gilt. Außerdem nahm er sich Notleidenden an und war sofort zur Stelle, wenn es darum ging, seine Soldaten aus der Gefangenschaft auszulösen. Geradezu vorbildlich führte er mit seiner Frau Anna, die als energisch, herrisch und streng galt, eine beispielhafte Ehe, die kinderlos blieb. So nahm er sich eines verwaisten Kindes an und zog es bei sich auf, was ich in meiner Geschichte jedoch nicht erwähnte.   

Gerade diese beiden gegensätzliche Wesensarten von Widerholt hatten mich beflügelt, eine Geschichte zweier Männer zu schreiben, die sich während des Krieges begegnen und durch ihre unterschiedlichen Religionen, gegen sich selbst und gegeneinander einen harten Kampf austragen.   

Um ihnen, liebe Leser, einen spannenden Roman zu präsentieren, erfand ich den jungen rebellischen Markus Blattner, den Sohn des Zeugmeisters von Überlingen, der in meiner Geschichte den Gegenspieler von Konrad Widerholt darstellt. Ich ließ dementsprechend meiner Fantasie freien Lauf. Die Geschehnisse, die sich in jener Zeit in einst der ruhmreichen und wohlhabenden Reichsstadt Überlingen abspielten, waren für mich eine Zeitreise, in der ich mich mit großem Interesse bewegte. Ich bekam eine ungefähre Vorstellung davon, wie es sich in der damaligen Zeit abgespielt haben muss. So versuchte ich das Leben und Wirken anhand von mehreren Quellen darzustellen. Ich bin fest davon überzeugt, dass diese Epoche weitaus schlimmer war, wie ich sie schildern kann. Einer der Erzähler dieser Ereignisse ist Wilhelm Telle, dessen Buch (Aus der Geschichte Überlingens) für mich eine große Unterstützung war sowie das Archäologische Stadtkataster Baden-Württemberg (Band 34) Überlingen, von Dr. Alois Schneider und dem Verfasser Dr. Jochem Pfrommer, über deren dokumentierte Stadtgeschichte und Zielorte ich mich bestens informieren konnte.   

Diese beiden großartigen Bände, die die Geschichte von historischen Gebäuden, Ereignissen, Namen und Straßen beschreiben, halfen mir, die Geschehnisse größtenteils wahrheitsgetreu zu schildern. So konnte ich auch berühmte Namen, wie die des damaligen Wachkommandanten Sebastian Heudorf und des Bürgermeisters Jakob Reutlinger sowie die der Ratsherren nachweislich wiedergeben. Überdies konnte ich auch Quellen aus dem Stadtarchiv Überlingen in Erfahrung bringen.    

Einen Zeugmeister (Gerätewart) hat es gewiss gegeben, dessen Namen Anton Blattner eine Fiktion darstellt. Eine Familie Engelin gab es tatsächlich in Überlingen. Er leitete sich vom Stadtteil Englisee ab, dessen Gebiet im Osten der Stadt lag. Die Familie Moll gab es ebenfalls. Auch das Wirtshaus Roter Ochsen in der Kunkelgasse, neben dem Haus des Klosters Petershausen, existierte, welches einen äußerst üblen Ruf hatte, ebenso wie seine damaligen Besitzer.  Anhand meiner Recherche war es mir möglich, auch weitere bekannte Namen von Überlingen wahrheitsgetreu in meinen Roman mit einzubauen, die aus begüterten Familien stammten, und zum Teil bis heute einen Ehrenplatz in der Geschichte belegen. Eine weitere berühmte Persönlichkeit war Johann Heinrich von Pflummern, der sich als zielstrebiger Ratsherr und späterer Bürgermeister einen Namen machte. Er übernahm das Amt von 1644 bis 1670, was für ihn eine große Herausforderung darstellte, zumal die Stadt hoch verschuldet war. Ein weiterer berühmter Name ist wohl der der Familie Franz Wolf von Meldegg, dessen Vorfahre der berühmte Medicus Andreas Reichlin von Meldegg war, und zum Patriziat der Reichsstadt Überlingen gehörte. Die genannten Personen des geistlichen Ritterordens der Johanniter, dessen Wehranlage auf der St. Johann-Höhe stand, sind frei erfunden. Was wäre eine Geschichte vom Bodensee, ohne das älteste Adelsgeschlecht, die Ritter und heutigen Grafen von Bodman. Wie schon in meinem ersten Roman ‚Der Ritter v. Bodman‘ ließ mich auch dieses Mal das Schicksal der Familie nicht los.  Während des Krieges wurde die Burg 1643 durch französische Truppen aus der besetzten Stadt Überlingen zerstört, worauf sich die Adelsfamilie daraufhin im Schloss Espasingen niederließ. Insofern nahm ich mir die Freiheit heraus, das Geschehene etwas umzugestalten, um meine Hauptfigur Markus Blattner heldenhaft darzustellen.  

 

Er war ein Freibeuter und Held im 30.-jährigen Krieg den wir in unseren moralischen Wertvorstellengen schwerlich vorstellen können. In unzähligen Büchern reitet er weiter durch den Hegau: Überfällt ein Dorf, fackelt eine Burg ab und macht den Hegauer Bauern das Leben schwer……

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Fotos Presse






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